Der Einstellungstest ist bestanden, das Vorstellungsgespräch sitzt, der Arbeitsvertrag unterschrieben, dann beginnt die Probezeit. Viele Azubis und Young Professionals unterschätzen, was in den ersten Monaten rechtlich gilt und wie Leistung bewertet wird. Dieser Ratgeber erklärt Dauer, Kündigungsfristen, Rechte und wie du nach dem Assessment den Einstieg sicher machst. Grundlagen: /ratgeber/arbeitsvertrag und Vorbereitung davor unter /ratgeber/einstellungstest-vorbereitung.
Die Probezeit ist ein vertraglich vereinbarter Anfangszeitraum im Arbeitsverhältnis (höchstens sechs Monate bei unbefristeten Verträgen), in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis mit verkürzter Kündigungsfrist (oft zwei Wochen) prüfen können, nach bestandenem Einstellungstest der erste reale Prüfstein im Job.
Probezeit 2026 – Rechte, Kündigung & Leistung nach dem Einstellungstest
Die Probezeit steht im Arbeitsvertrag, nicht im Einstellungstest-Ergebnis. Wer den Online- oder Präsenztest bestanden hat, beweist Potenzial unter Laborbedingungen; in der Probezeit zählen Pünktlichkeit, Lernkurve und Teamverhalten im Alltag.
Gesetzliche Obergrenze: Bei unbefristeten Verträgen maximal sechs Monate Probezeit (§ 622 Abs. 3 BGB). Kürzer ist möglich, zwei oder drei Monate sind bei Übernahme nach Ausbildung nicht unüblich.
Kündigungsfrist in der Probezeit: In der Regel zwei Wochen zum beliebigen Termin, sowohl für dich als auch für den Arbeitgeber. Kein Kündigungsschutzklage-Verfahren wie nach der Probezeit.
Urlaub, Krankheit, Entgelt: Volle Rechte, Probezeit ist kein „Billigmodus“. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mindesturlaub und gesetzliche Pausen gelten ab Tag eins.
Befristeter Vertrag: Probezeit kann kürzer sein oder entfallen, Befristung und Probezeit sind getrennte Klauseln; beide lesen unter /ratgeber/arbeitsvertrag.
Azubi-Übernahme: Nach bestandener IHK-Prüfung neuer Arbeitsvertrag, Probezeit startet neu, nicht „weiter“ aus der Lehre. Ausbildungszeit zählt nicht als Betriebszugehörigkeit für Kündigungsfristen.
Tarifvertrag: Kann abweichende Regelungen enthalten, z. B. längere Probezeit nur wenn tariflich erlaubt; Tarif prüfen, wenn im Vertrag erwähnt.
Keine Probezeit ohne Vereinbarung: Steht nichts im Vertrag, gibt es keine gesetzliche Probezeit, dann gelten normale Kündigungsfristen ab Start.
Diskriminierung: Probezeit rechtfertigt keine Benachteiligung wegen Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Gleichbehandlungsgesetz gilt voll.
Betriebsrat: Hat bei Kündigungen in der Probezeit eingeschränkte Mitbestimmung, für dich heißt das: Kündigung kann schneller kommen, aber nicht willkürlich ohne Grund in der Praxis oft problematisch für AG-Reputation.
Schriftliche Bestätigung: Probezeit-Ende im Kalender markieren, danach gelten längere Kündigungsfristen; HR informiert selten aktiv.
Kündigung in der Probezeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Arbeitgeber-Kündigung: Mit zwei Wochen Frist möglich, ohne Angabe von Gründen im engeren Sinn, aber nicht rechtswidrig diskriminierend. Häufige inoffizielle Gründe: Passung, Leistung, Fehlzeiten, Verhalten.
Eigene Kündigung: Du kannst ebenfalls mit zwei Wochen kündigen, sinnvoll, wenn Rolle und Realität nicht passen. Nicht impulsiv nach einem schlechten Tag; aber toxische Umgebung rechtfertigt schnellen Ausstieg.
Form: Schriftlich (Brief oder E-Mail mit Bestätigung). Mündliche Kündigung ist unwirksam, immer dokumentieren.
Kündigungsfrist berechnen: Zugang beim Empfänger zählt, Freitag versendet kann Montag als Zugang gelten; Frist genau prüfen.
Probezeit-Ende kurz vor Kündigung: AG kann bis letzten Tag der Probezeit mit kurzer Frist kündigen, danach vier Wochen zum Monatsende (gesetzliche Einstiegsfrist) oder vertraglich länger.
Kündigung nach bestandenem Einstellungstest: Der Test entschied die Einstellung, die Probezeit entscheidet die Bindung. Schwaches Onboarding ist kein persönliches Versagen, aber dokumentiere, was fehlt.
Abmahnung vor Kündigung: In der Probezeit nicht zwingend erforderlich, dennoch manche AG warnen einmal schriftlich. Abmahnung ernst nehmen, Reaktion schriftlich klären.
Arbeitslosengeld: Eigene Kündigung kann Sperrzeit auslösen, vorher Arbeitsagentur oder Beratung; AG-Kündigung in Probezeit meist ohne Sperre.
Arbeitszeugnis: Anspruch auch bei kurzer Beschäftigung, qualifiziertes Zeugnis rechtzeitig anfragen, Formulierungen prüfen.
Nächster Job: Neuer Einstellungstest wahrscheinlich, unter /kostenlose-tests und /ratgeber/einstellungstest-vorbereitung fit bleiben, nicht erst nach Kündigung anfangen.
Sonderfall Elternzeit/Schwangerschaft: Kündigungsschutz ab Mitteilung, Probezeit ändert das nicht grundlegend; spezielle Beratung bei Bedarf.
Leistung zeigen, vom Einstellungstest zum Arbeitsalltag
Der Einstellungstest misst kognitive Fähigkeiten und Persönlichkeitsprofile, der Job verlangt Anwendung: Excel, Kundenkontakt, Maschinenbedienung. Erste Wochen: zuhören, notieren, nachfragen.
Erwartungsmanagement: HR verkaufte Stelle im /ratgeber/bewerbungsgespraech-vorbereitung, Abweichungen früh ansprechen, nicht monatelang schweigen.
Feedback einholen: Nach 4–6 Wochen Gespräch mit Vorgesetztem anfragen, „Was soll ich bis Ende Probezeit verbessern?“ zeigt Reife.
Fehlerkultur: Fehler zugeben und Lösung vorschlagen schlägt Vertuschen. Einstellungstest-Erfolg beweist nicht Unfehlbarkeit.
Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit: In Probezeit stärker gewichtet als brillante Einzelaktion, einfache Hebel, oft übersehen.
Dokumentation: Eigene Erfolge kurz festhalten (Projekte, Zahlen, Kundenfeedback), nützlich für Probezeit-Gespräch und später /ratgeber/gehaltsverhandlung.
Überstunden: Freiwillige Extra-Stunden beeindrucken kurz, verbrennen langfristig, nach Arbeitsvertrag und realistischem Pensum arbeiten.
Netzwerk intern: Kolleginnen kennenlernen, nicht Partei bilden, Probezeit ist auch sozialer Test.
Weiterlernen: Wer im Test Logik schwach war, aber im Job Buchhaltung macht, fachliche Lücken mit Kursen schließen; /ki-coach für strukturierte Übung bei nächster Bewerbung.
Online-Einstellungstest vs. Präsenz: Wer remote getestet wurde (/ratgeber/online-einstellungstest), startet vielleicht hybrid, Technik und Selbstorganisation vom Testtag mitnehmen.
Azubi-Mentalität ablegen: Nach Übernahme bist du Fachkraft, mehr Verantwortung übernehmen, nicht auf „Azubi-Bonus“ verweisen.
Stress: Probezeit-Druck ist normal, Schlaf, Pausen, keine Dauer-Überstunden aus Angst.
Nach der Probezeit, Festanstellung, Vertrag und nächste Schritte